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Frieda Nadig: eine Mutter des Grundgesetzes - Ausstellung zum 40. Todestag im Herforder Rathaus vom 14. August bis zum 8. Oktober | 21. 07. 2010


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Herford, 20.7.2010. Es gab nicht nur Väter, sondern auch Mütter des Grundgesetzes. Eine davon war die Herforderin Frieda Nadig. Der sozialdemokratischen Politikerin und ihrer Parteifreundin Elisabeth Selbert ist die Aufnahme des Gleichheitsgrundsatzes der Geschlechter im Grundgesetz zu danken. Anlässlich ihres 40. Todestages wird eine kleine Ausstellung im Herforder Rathaus vom 14. August bis zum 8. Oktober zu sehen sein. Sie soll das vielfältige Wirken der Politikerin, Wohlfahrtspflegerin und Frauenrechtlerin würdigen.

„Frieda Nadig ist ohne Zweifel eine der bedeutendsten Politikerinnen des letzten Jahrhunderts aus Ostwestfalen-Lippe. Es ist daher überfällig, dass ihr in dieser Weise gedacht wird.“ Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink lässt keinen Zweifel daran, für wie wichtig er Frieda Nadig hält. Gern weist er auf ihr Portrait im Kleinen Sitzungssaal des Herforder Rathauses hin. Es ist das einzige Bild einer Frau dort, ansonsten grüßen nur Männer von den Wänden.

Die als Wanderausstellung geplante Präsentation im Rathaus hat dagegen viele Urheber. Dazu zählen der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt Ostwestfalen-Lippe, das Herforder Kommunalarchiv, das Städtische Museum und die kommunale Gleichstellungsstelle. Hinzu kam die Unterstützung des Herforder Orts- und Kreisverbandes der SPD. Zahlreich und vielfältig ist auch das Wirken Frieda Nadigs aus Sicht der Kulturwissenschaftlerin Bettina Rinke. Sie hat die Schau konzipiert und umgesetzt.


„Frieda Nadig war eine der Mütter des Grundgesetzes und ganz wichtig für das bis heute aktuelle Thema der Gleichstellung der Geschlechter, aber sie war noch viel mehr!“, so Bettina Rinke. „Als Bundestagsabgeordnete und vor allem als AWO-Bezirkssekretärin habe sie in der jungen Bundesrepublik Akzente gesetzt und bleibende Strukturen geschaffen. Bettina Rinke kann diese Aussage mit Zahlen belegen: 14 Kindergärten, 10 Altenheime und –wohnanlagen, 4 Kur- und Erholungsheime, ein Flüchtlings-, Mütter und Kinderheim, eine Mütterfachschule und eine Berufsfachschule für Kinderpflegerinnen sind nur ein kleiner Ausschnitt ihres umfassenden Wirkens zwischen 1946 und 1966.

Mehr über die bemerkenswerte Frau kann man ab dem 14. August erfahren. Zunächst wird um 16 Uhr auf dem Alten Friedhof an der Hermannstraße am Grabstein Frieda Nadigs ein Kranz niedergelegt. Eine Stunde später wird dann die Ausstellung eröffnet. Das Veranstaltungsprogramm ergänzen drei Stadtführungen am 22. August, 2. und 30. September sowie eine Veranstaltung der Kommunalen Gleichstellungsstelle.

Unter dem Motto „Frieda Nadig und die Frauen in der Politik heute - Eine Zeitreise auf dem ‚Lila Sofa’“ wird am 26. September von 11 bis 13 Uhr diskutiert. Die Justizministerin a.D. Brigitte Zypries hatte im Prinzip für den Termin zugesagt. Der gleichzeitig stattfindende Bundesparteitag der SPD steht jedoch dagegen. Für fachkundigen Ersatz sorgt die Soziologin Dr. Gisela Notz, Verfasserin des Buches „Mehr als bunte Tupfen im Bonner Männerclub“. Darin beschreibt sie die Biographien von 12 Sozialdemokratinnen im Deutschen Bundestag von 1957 – 1969.

Den aktuellen Flyer zur Ausstellung erhalten Sie hier: Flyer Frieda Nadig Ausstellung [PDF: 437 KB] .

Das pädagogische Material zur Ausstellung erhalten Sie hier: Pädagogisches Material